Literatur Vorträge

Vorträge 2026

Dauer ca. 1 1/2 Stunden

 

SCHREIBEN FRAUEN ANDERS?

„Man sagt, Frauen sollten klein bleiben – beim Schreiben tun sie es nie. Texte von Frauen sind groß, wild und unbequem.“ (Benoîte Groult)

 

Literarische Perspektiven des weiblichen Erzählens

Der Vortrag geht der viel diskutierten Frage nach, ob und inwiefern Frauen „anders“ schreiben. Anhand ausgewählter Werke von Jane Austen, Ingeborg Bachmann und Daniela Krien – ergänzt durch Texte von Benoîte Groult, Monika Maron und Szusza Bank – werden unterschiedliche Formen weiblichen Erzählens über mehrere Jahrhunderte hinweg untersucht.

Im Mittelpunkt stehen literarische Darstellungen von Liebe, Identität, Sprache und gesellschaftlichen Zwängen. Während Jane Austen mit feiner Ironie die sozialen Rahmenbedingungen weiblicher Existenz im 19. Jahrhundert sichtbar macht, thematisiert Ingeborg Bachmann in Malina den Zerfall des weiblichen Subjekts und die Grenzen von Sprache selbst. Daniela Krien schließlich entwirft in Die Liebe im Ernstfall ein zeitgenössisches Panorama weiblicher Lebensentwürfe, in dem Liebe als ambivalente, konfliktreiche Erfahrung erscheint.

Der Vortrag verbindet Textanalyse mit literatur- und genderwissenschaftlichen Ansätzen und zeigt, dass „weibliches Schreiben“ kein einheitlicher Stil ist, sondern ein historisch und gesellschaftlich geprägtes literarisches Feld. Dabei wird deutlich, wie Autorinnen durch spezifische Perspektiven und Erzählstrategien den literarischen Kanon erweitern und neue Formen der Darstellung von Subjektivität eröffnen.

Vorgestellt werden folgende Bücher:

- Jane Austen  „Die drei Schwestern“.

- Ingeborg Bachmann: Malina

- Benoite Groult „ Das Salz des Lebens“.

- Monika Maron „Animal triste“.

- Szusza Bank „Sterben im Sommer“

- Daniela Krien „ Die Liebe im Ernstfall“.

 

„ICH BIN ALT!“

Eine literarische Reise 

 

 „Alter ist kein Verfallsdatum, sondern ein Zeitpunkt, an dem man die Freiheit erlangt, man selbst zu sein.“ (Benoîte Groult - Das Salz des Lebens)

 

 

Der Vortrag beleuchtet, wie Literatur das Alter darstellt – als Erfahrung von Erinnerung, Körperlichkeit, Endlichkeit und Selbstbestimmung. Anhand von Texten von Benoîte Groult, Peter Härtling, Monika Maron, Elke Heidenreich, Dieter Wellershoff und Martin Walser wird sichtbar, wie Autor:innen unterschiedliche Strategien entwickeln: von politischer Selbstbehauptung über generationsübergreifende Vermittlung bis hin zur existenziellen Konfrontation mit Tod und Vergänglichkeit.

Die literarische Reise zeigt: Altern ist kein einheitlicher Zustand, sondern ein komplexer Erfahrungsraum, der durch Sprache und Perspektive neu gedacht werden kann.

 

Besprochen werden die Bücher:

• Das Salz der Erde -  Benoite Groult 

• O‘ Bär an Enkel Samuel - Peter Härtling

• Das Haus & Bonnie Propeller - Monika Maron 

• Altern - Elke Heidenreich 

•  Ans Ende kommen - Dieter Wellershoff:

• Ein sterbender Mann - Martin Walser